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„Gemeinsam gelingt Personalentwicklung besser“

Projekt WeiterBilden der Sozialpartnerinitiative mit positiver Bilanz

Siegen, 18. Juni 2013. Guntram Schneider, Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, brachte es auf den Punkt: „Siegen-Wittgenstein zählt nicht nur zu den führenden Industrieregionen in Nordrhein-Westfalen. Hier gibt es auch schon seit vielen Jahren eine funktionierende Sozialpartnerschaft zwischen Unternehmen und Gewerkschaften, auf deren Grundlage eine ganze Reihe von erfolgreichen Kooperationen auf den Weg gebracht worden sind.“ Eine dieser Kooperationen ist die Sozialpartnerinitiative „Lebenslanges Lernen“ mit dem aktuellen Projekt „WeiterBilden“. Gut drei Jahre nach dem Start wurde jetzt im Rahmen einer Veranstaltung im Technologiezentrum in Siegen von den Sozialpartnern, den Projektpartnern bfw und KMSI sowie Unternehmensvertretern Bilanz gezogen. Und die fiel bei allen Beteiligten durchweg positiv aus.

„Wir sind 2010 relativ verhalten gestartet. Dann hat sich das Projekt aber sehr dynamisch entwickelt. Insgesamt haben sich 24 Unternehmen beteiligt“, erläuterte Projektleiterin Rita Kley. Sie nutzten die angebotenen Seminare, Workshops und Netzwerktreffen, um nachhaltige Strukturen für die Personalentwicklung aufzubauen bzw. weiter zu entwickeln. Betriebsräte, Geschäftsführungen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigten sich gemeinsam vor allem mit dem Thema: „Personalentwicklung für die Produktion“. Von den Projektberaterinnen unterstützt, schufen sie Voraussetzungen für strukturierten Wissenstransfer in der Fertigung, führten Fördergespräche ein, entwickelten Qualifikationsmatrizen und bezogen An- und Ungelernte systematisch in die betriebliche Weiterbildung ein. Ein wesentlicher Punkt war auch die Kompetenzentwicklung von Meistern und Schicht-führern.

„Das facettenreiche Gesamtprojekt macht deutlich, dass Personalentwicklung vor den Produktionshallen nicht mehr Halt macht. Auch dort wird die systematische Kompetenzentwicklung für die erfolgreiche Bewältigung von demografischem Wandel und Globalisierung unentbehrlich“, so Rita Kley weiter. Das Besondere an diesem Projekt sei dabei sowohl der sozialpartnerschaftliche wie auch der regionale Ansatz. Er habe zu pragmatischen und beteiligungsorientierten Ergebnissen geführt. „Denn gemeinsam gelingt Personalentwicklung besser.“

Das wurde anhand dreier Unternehmensbeispiele eindrucksvoll deutlich. Bei der HMT Hensel Metalltechnik GmbH & Co. KG entschied man sich beispielsweise, die gesamte Belegschaft in der Fertigung ein Jahr lang über eine Grundqualifizierung Metall weiter zu bilden. „Für die überwiegend an- und ungelernten Mitarbeiter bedeutete diese Maßnahme eine echte Qualifizierungschance. Unser Unternehmen profitiert gleichzeitig von den gestiegenen Kenntnissen. Wir können so komplexere und hochwertigere Feinblechkomponenten herstellen und sind damit ein Stück weit wettbewerbsfähiger“, unterstrich Holger Grafe, Personalleiter der Hensel-Gruppe.

Bei der Gebr. Rath Werkzeugbau GmbH in Kreuztal standen unter anderem Seminare zur Mitarbeiterführung und Kommunikation im Mittelpunkt der Projektaktivitäten. Hinzu kamen Anleitungen zum Projektmanagement, Moderations-Workshops zur Prozessoptimierung und Schulungen zur Wissensweitergabe im Betrieb. Nach Angaben von Meik Ebbinghaus, Geschäftsführer Technik/Produktion, nahmen über 40 Mitarbeiter, vom Werker über Bereichsleiter bis zur GF, daran teil.

Auch die Heinrich Wagner Sinto Maschinenfabrik GmbH nutzte die Angebote der Sozialpartnerinitiative. Betriebsratsvorsitzender Walter Schäfer und Personalleiter Erhard Blecher er-läuterten die durchgeführten Maßnahmen. „Pilotgruppe für das Projekt war die Mechanische Montage mit unseren Servicetechnikern, die unsere Anlagen weltweit beim Kunden aufbauen und in Betrieb nehmen.“ Mittels einer Qualifikationsmatrix sollten Fähigkeiten und Kompetenzen erfasst und mit den zukünftigen Erfordernissen abgeglichen werden. „Wir haben daraus bereits erste Schulungsmaßnahmen durchgeführt.“ Dazu gehörte unter anderem ein Seminar „Kommunikation für technische Mitarbeiter“.

In der abschließenden Gesprächsrunde waren sich Sozialpartner und Unternehmensvertreter einig: das Projekt war ein Erfolg und sollte weitergeführt werden. Gerade in Hinblick auf die zukünftige Bevölkerungsentwicklung und den zu erwartenden Fachkräftemangel kommt dem Thema Personalentwicklung eine immer größere Bedeutung zu. „Wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer starken mittelständischen Unternehmen in Siegen-Wittgenstein erhalten wollen, dann müssen wir die Kompetenzen und Fähigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser nutzen und weiter entwickeln“, unterstrich Dr. Thorsten Doublet, stellvertretender Geschäftsführer des VdSM. Hartwig Durt, 1. Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Verwaltungsstelle Siegen, betonte zudem die Notwendigkeit, auch gering qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zukünftig stärker in die Personalentwicklung einzubinden. „Für die An- und Ungelernten bedeutet dies eine zusätzliche Sicherung ihres Arbeitsplatzes.“

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