Font Size

SCREEN

Layout

Menu Style

Cpanel

Netzwerk

Personalentwicklung ist das Thema der Zukunft

Siegen, 10. Juni 2011. Vor fast genau einem Jahr starteten der VdSM Verband der Siegerländer Metallindustriellen e.V. und die IG Metall Siegen im Rahmen ihrer Sozialpartnerinitiative „Lebenslanges Lernen“ das Projekt „WeiterBilden“. Gemeinsam mit den Projektpartnern bfw und KM:SI sollen die beteiligten Unternehmen beim Aufbau eines strukturierten betriebsinternen Weiterbildungs- und Qualifikationsmanagements unterstützt werden. Neben konkreten Vorhaben in den Unternehmen sowie betriebsübergreifenden Workshops zur individuellen Weiterbildung gehören auch Netzwerktreffen aller beteiligten Unternehmen zum Programm. Ein solches Treffen fand kürzlich im Haus der Siegerländer Wirtschaft in Siegen statt.

Projektleiterin Rita Kley vom bfw berichtete zunächst über den aktuellen Stand des Projektes, an dem inzwischen 17 Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein teilnehmen. In einigen dieser Unternehmen sind bereits konkrete Maßnahmen angelaufen oder durchgeführt worden. Dabei geht es beispielsweise um Methoden zur Altersstrukturanalyse, um den zukünftigen Fachkräftebedarf früher und besser planen zu können. Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit dem „Aufbau einer systematischen Qualifizierungsreihe für gewerblich-technische Mitarbeiter in Fertigungs- und fertigungsnahen Bereichen“.

Die Einführung von Mitarbeiterfördergesprächen ist ebenso ein Projektthema wie etwa die „Einführung eines wirksamen Besprechungswesens als Grundbaustein strukturierten Lernens im Unternehmen“.

„Gerade in den kleinen und mittleren Unternehmen fehlen auf Grund ihrer Größe sehr häufig die Strukturen für eine systematische Personalentwicklung. Hier wollen wir Möglichkeiten und Wege aufzeigen, wie man trotzdem eine sowohl für das Unternehmen wie auch für die Beschäftigten sinnvolle und nutzbringende Personalentwicklung aufbauen kann“, erläutert Rita Kley. Aus den ersten Erfahrungen und Berichten der beteiligten Unternehmen wurde deutlich, dass dieses Kernziel des Projektes bereits angekommen ist.

Neben den Vorhaben und Maßnahmen in und mit den Unternehmen bietet das Projekt „WeiterBilden“ auch betriebsübergreifende Weiterbildungsmaßnahmen an. Dazu gehören beispielsweise in diesem Jahr ein Führungskräftetraining für Meister, Teamleiter und Schichtführer, Nachwuchsführungskräfte. Dieser Workshop findet am 7. und 8. Juli und am 11. bis 13. Juli statt. Ein weiterer Workshop vermittelt „Englisch für den Export“ und richtet sich an kaufmännische und technische Fachkräfte mit englischen Grundkenntnissen. Dieser Workshop findet vom 12. bis 16. September statt. Eine „Grundqualifizierung Metall“ für an- und ungelernte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist nach den Sommerferien geplant. Vom 10. bis 14. Oktober wird ein Kommunikationstraining angeboten. Dabei stehen Gesprächsführung, Moderation und Präsentation im Mittelpunkt. Schließlich ist vom 21. bis 25. November 2011 ein Workshop „Projektmanagement“ für Techniker, Konstrukteure und andere vorgesehen. Darüber hinaus sind eine Reihe von Kurzprojekten zu folgenden Themen geplant: „Altersstrukturanalyse“, „Qualifikationsmatrix“, „Personalstrategie“, „Besprechungscoaching“ und „Erstellen eine PE-Konzeptes“.

Selbst bei der besten Personalplanung kommt es nicht selten vor, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den nächsten Karriereschritt machen wollen, aber die entsprechenden Stellen in den Unternehmen fehlen oder noch nicht frei sind. Wie geht man mit dieser Problematik um? Wie können die engagierten und qualifizierten Beschäftigten trotzdem im Unternehmen gehalten werden? Diese Fragen beschäftigten die Personalverantwortlichen der Netzwerkunternehmen ebenfalls während ihres Treffens.

Natürlich wolle man diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerne im Unternehmen halten, aber man müsse auch akzeptieren, wenn sie sich eine andere Stelle suchen, die ihrer Qualifikation entspreche, so ein Personalleiter. Wichtig sei dann, den Kontakt zu halten. Häufig ergeben sich nach einiger Zeit wieder neue Beschäftigungsperspektiven im Unternehmen, die man den Ehemaligen anbieten könne. Auf der anderen Seite würden sich wenn nicht sofort, dann doch nach einiger Zeit Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Insofern sei bei den Beschäftigten manchmal auch nur ein wenig Geduld zielführend, so ein anderer Personalverantwortlicher.

Das allein wird aber auf Dauer nicht ausreichen, um den benötigten Personalbedarf in allen Bereichen und auf allen Funktionsebenen zu decken. Auf Grund der demografischen Entwicklung wird es deshalb für die Unternehmen in Siegen-Wittgenstein in Zukunft immer wichtiger werden, auch qualifizierte Fachkräfte von außerhalb der Region als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. „Employer Branding“ ist dabei ein wesentliches Stichwort. Es bedeutet, das eigene Unternehmen als Marke zu entwickeln und für qualifizierte Fachkräfte als Arbeitgeber attraktiv zu machen. Deshalb wollen sich die Personalverantwortlichen im Rahmen des Projekts „WeiterBilden“ in Zukunft auch mit diesem Thema beschäftigen.

 

Unternehmen und Sozialpartner knüpfen in Siegen-Wittgenstein „WeiterBilden“-Netzwerk

Siegen, 26. November 2010. „Wie können Mitarbeiter so qualifiziert werden, dass sie in der Lage sind, flexibel Aufgaben im Betrieb zu übernehmen“; „Wie lässt sich Weiterbildung im laufenden Fertigungsbetrieb sinnvoll und effektiv organisieren“; „Wie strukturiert man Weiterbildungsmaßnahmen langfristig und nicht nur auf Zuruf“, diese und andere Fragestellungen standen im Mittelpunkt des ersten Netzwerktreffens des Projektes „WeiterBilden“, das der VdSM Verband der Siegerländer Metallindustriellen e.V. und die IG Metall Siegen im Rahmen ihrer Sozialpartnerinitiative „Lebenslanges Lernen“ im Juni dieses Jahres gestartet haben. Gemeinsam mit den Projektpartnern Berufsfortbildungswerk Gemeinnützige Bildungseinrichtung des DGB (bfw) und der KM:SI sollen interessierte Unternehmen in der Region beim Aufbau eines strukturierten betriebsinternen Weiterbildungs- und Qualifikationsmanagements unterstützt werden. An dem Netzwerktreffen im TZSI nahmen rund 30 Vertreterinnen und Vertreter von interessierten Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie teil. Einige sind bereits mit konkreten Einzelprojekten beteiligt.

Hartwig Durt, Erster Bevollmächtigter der IG-Metall Siegen, und Helmut Hofmann vom Verband der Siegerländer Metallindustriellen e.V. machten zu Beginn der Veranstaltung noch einmal deutlich, warum sich die Sozialpartner gerade auf diesem Gebiet so engagieren. „Die Region Siegen-Wittgenstein steht in den kommenden Jahren vor einer großen demografischen Herausforderung. Bis zum Jahr 2020 rechnen die Experten mit einem Rückgang der Bevölkerung zwischen 15.000 und 20.000 Menschen. Den Unternehmen werden dadurch zwangsläufig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlen. Gleichzeitig altern die Belegschaften zusehends.“ Deshalb wollen die Sozialpartner über das Projekt nachhaltige Instrumente und Strategien entwickeln, die den Unternehmen dabei helfen, diese Veränderungsprozesse erfolgreich zu bewältigen.

Erste konkrete Vorhaben sind bereits auf den Weg gebracht. Dabei geht es in einem Fall beispielsweise um den Aufbau einer systematischen innerbetrieblichen Qualifizierung von gewerblich-technischen Mitarbeitern. Ein weiteres Projekt steht unter der Überschrift: „Einführung eines wirksamen Besprechungswesens als Grundbaustein strukturierten Lernens im Unternehmen“.

„Wir stehen in den Startlöchern. Anfang 2011 werden wir mit der Arbeit vor Ort beginnen. Weitere Unternehmen sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen“, so Projektleiterin Rita Kley vom bfw. Neben den Maßnahmen in den Unternehmen wird es im nächsten Jahr eine Schulungsreihe für betrieblich Verantwortliche für Weiterbildung und Personalentwicklung geben. In verschiedenen Workshops soll dabei aktuelles Wissen vermit-telt werden. Geplant sind darüber hinaus auch weitere Netzwerktreffen, denn gerade der Austausch untereinander ist aus der Sicht der beteiligten Unternehmen ein wichtiges Element.

 

You are here: Home Das Projekt Netzwerk